UX in Digital Health & eHealth
Digitale Gesundheitsangebote müssen sich am Menschen orientieren.
Elektronische Gesundheitsangebote wie Apps, elektronische Gesundheitsakten, Telemedizin, Wearables und KI-basierte Systeme werden für Patienten und Gesundheitsprofessionals immer wichtiger.
Entscheidend ist dabei nicht nur, was technisch möglich ist, sondern wie verständlich, sicher und gut nutzbar diese Angebote in konkreten Nutzungssituationen sind.
Warum UX in Digital Health & eHealth jetzt wichtiger wird
Elektronische Gesundheitsangebote übernehmen immer mehr Aufgaben. Apps, elektronische Gesundheitsakten, Telemedizin, Wearables und KI-basierte Systeme unterstützen Information, Kommunikation, Dokumentation, Diagnostik und Therapie.
Dabei treffen sehr unterschiedliche Nutzer, Aufgaben und Nutzungssituationen aufeinander. Patienten verwenden digitale Angebote unter anderen Voraussetzungen als Ärzte, Pflegekräfte oder andere Gesundheitsprofessionals. Zeitdruck, Informationsmenge und unterschiedliche Nutzungskontexte stellen zusätzliche Anforderungen an die Gestaltung.
User Experience und Usability sind deshalb weit mehr als eine Frage angenehmer Benutzeroberflächen. Informationen müssen verständlich sein, Interaktionen nachvollziehbar bleiben und Funktionen so gestaltet werden, dass Menschen ihre Aufgaben sicher und wirksam durchführen können.
Je mehr elektronische Gesundheitsangebote in Versorgung und Alltag eingesetzt werden, desto wichtiger wird ihre konsequente Orientierung am Menschen: an seinen Fähigkeiten, seinen Aufgaben und der konkreten Nutzungssituation.
UX IN DIGITAL HEALTH & EHEALTH
Technisch möglich ist nicht automatisch gut nutzbar.
Entscheidend ist, wie Menschen mit digitalen Angeboten interagieren.
Elektronische Gesundheitsangebote können Daten erfassen, Informationen bereitstellen, Kommunikation ermöglichen und medizinische oder pflegerische Entscheidungen unterstützen.
Für die Nutzer entsteht daraus aber erst dann ein Mehrwert, wenn Informationen zur richtigen Zeit verständlich verfügbar sind, Interaktionen nachvollziehbar bleiben und das System zur jeweiligen Aufgabe und Nutzungssituation passt.
Je komplexer und stärker vernetzt digitale Gesundheitsangebote werden, desto wichtiger wird deshalb die Frage: Können Menschen das System verstehen, richtig bedienen und seine Ergebnisse sinnvoll nutzen?
DREI PERSPEKTIVEN
Gute UX muss unterschiedliche Nutzungssituationen berücksichtigen.
Patienten und Gesundheitsprofessionals nutzen elektronische Gesundheitsangebote mit unterschiedlichen Zielen, Voraussetzungen und Aufgaben. Gleichzeitig bestimmen Nutzungskontext und Arbeitsprozesse wesentlich, ob ein Angebot verständlich, sicher und gut nutzbar ist.
Patienten
Digitale Gesundheitsangebote müssen verständlich, zugänglich und vertrauenswürdig sein. Patienten sollen Gesundheitsinformationen finden und verstehen sowie elektronische Angebote sicher nutzen können – auch ohne technisches oder medizinisches Expertenwissen.
Gesundheitsprofessionals
Elektronische Systeme müssen medizinische und pflegerische Arbeit unterstützen – nicht zusätzliche Komplexität erzeugen. Gute Usability berücksichtigt Arbeitsabläufe, Zeitdruck, Informationsbedarf und die Bedingungen, unter denen Entscheidungen tatsächlich getroffen werden.
Nutzungskontext & Arbeitsprozesse
Ob ein elektronisches Gesundheitsangebot gut nutzbar ist, hängt von der konkreten Nutzungssituation ab. Aufgaben, Arbeitsumgebung, Endgeräte, Informationsmenge und bestehende Prozesse beeinflussen wesentlich, wie Menschen mit einem System interagieren.
VON DER NUTZUNGSSITUATION ZUR GUTEN INTERAKTION
Gute UX zeigt sich im konkreten Versorgungsprozess.
Ein Beispiel: Ein Facharzt weist einen Patienten zur weiteren Abklärung an ein Krankenhaus zu. Befunde, Bildgebung, Medikation und Fragestellung müssen zwischen unterschiedlichen Systemen und Berufsgruppen verfügbar sein. Gute UX bedeutet hier nicht nur eine übersichtliche Oberfläche, sondern dass die richtigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt verständlich, vollständig und handlungsorientiert verfügbar sind.
01
Verstehen
Menschen mit unterschiedlichem fachlichem Hintergrund benötigen Informationen in unterschiedlichen Situationen. Entscheidend ist, wer was wann braucht.
02
Gestalten
Informationen müssen so gestaltet sein, dass Menschen mit unterschiedlichem fachlichem Hintergrund sie schnell erfassen und richtig einordnen können.
03
Prüfen
Im realen Arbeitsablauf wird geprüft, ob relevante Informationen schnell gefunden, richtig verstanden und unter Zeitdruck sicher genutzt werden können.
04
Verbessern
Fehlende Informationen, unnötige Rückfragen, doppelte Eingaben oder schwer auffindbare Befunde zeigen, wo die elektronische Lösung gezielt verbessert werden muss.
UXPA AUSTRIA
Warum UXPA Austria diesen Schwerpunkt setzt
Elektronische Gesundheitsangebote werden für Patienten und Gesundheitsprofessionals immer wichtiger. Mit ihrer zunehmenden Verbreitung wächst auch die Bedeutung von User Experience und Usability.
Gerade im Gesundheitswesen müssen Informationen verständlich, Interaktionen nachvollziehbar und elektronische Angebote an die Fähigkeiten, Aufgaben und konkreten Nutzungssituationen der Menschen angepasst sein.
UXPA Austria möchte deshalb die Bedeutung von UX und Usability bei elektronischen Gesundheitsangeboten stärker sichtbar machen. Wir schaffen Raum für Praxisbeispiele, fachlichen Austausch, Weiterbildung und Zusammenarbeit – mit dem Ziel, dass sich digitale Gesundheitsangebote konsequent am Menschen orientieren.
Foto: FH JOANNEUM
FACHLICHER ANSPRECHPARTNER
Robert Mischak
Digital Health · eHealth · UX & Usability in Healthcare
Robert Mischak leitet das Institut eHealth der FH JOANNEUM in Graz und ist Studiengangsleiter im Bereich Digital Health und eHealth. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens und verbindet dabei technologische und organisatorische Fragestellungen mit User Experience und Usability im Gesundheitskontext.
Ein besonderer Fokus liegt auf der Frage, wie elektronische Gesundheitsangebote gestaltet und in reale Nutzungssituationen integriert werden können, damit sie Patienten und Gesundheitsprofessionals verständlich und wirksam unterstützen. Zu seinen fachlichen Schwerpunkten zählen Digital Transformation in Healthcare, Public Health, Pflegeinformatik und Reimbursement.
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